Wie gehen Forschung und Wissenschaft mit dem Thema Mobilfunk und Gesundheit um?

Das Thema Mobilfunk und Gesundheit hat in den vergangenen Jahren in der Wissenschaft zunehmend an Bedeutung gewonnen. Vor allem die Frage, ob die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben können, wird von der Forschung verstärkt untersucht.

Gerade wenn ein Thema wie Mobilfunk und Gesundheit öffentlicht diskutiert wird, steigt das Interesse der Politik und weiterer Beteiligter, zusätzlich finanzielle Mittel bereitzustellen, um bei den Menschen für Klarheit zu sorgen. Dadurch können über die bereits bestehende reguläre Forschung an Universitäten und Hochschulen hinaus weitere Forschungsaktivitäten umgesetzt werden. So ermöglichten zum Beispiel die von den Mobilfunknetzbetreibern zur Verfügung gestellten Gelder zahlreiche neue Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Wirkungen elektromagnetischer Felder.

Forschungsarbeiten zum Thema Mobilfunk und Gesundheit

Die große Zahl von Arbeiten zu den elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks erzeugte neue Erkenntnisse zu vielen bislang vernachlässigten Einzelaspekten der Forschung wie der Elektrosensibilität. Diese Forschungsergebnisse werden in der Wissenschaft laufend diskutiert und dienen nicht zuletzt als Ansatzpunkt für neue Fragestellungen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Forschungsergebnisse zusammengefasst und allgemeinverständlich dargestellt werden. Nur so kann sich jeder Einzelne ein klares Bild verschaffen. Und auch politische Entscheidungsträger erhalten die notwendigen Informationen, um etwa gesetzliche Rahmenbedingungen festzulegen.

Expertengremien zur Forschungsbewertung

Bei der Forschung zu Mobilfunk und Gesundheit sind es Expertengremien wie die internationale Strahlenschutzkommission (ICNIRP) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie auf nationaler Ebene die Strahlenschutzkommission des Bundes (SSK), die laufend den aktuellen Forschungsstand untersuchen. Sie werten alle veröffentlichten Arbeiten und Studien aus und fassen die Ergebnisse in Forschungsberichten zusammen. Die Forschungsbewertung ist eine wichtige Grundlage für die gesellschaftliche Diskussion.

Die Sachverständigen geben darüber hinaus Empfehlungen, die als wichtige Richtschnur für Entscheidungen in Politik und Verwaltung dienen. Sie prüfen daher auch intensiv, ob die vorliegenden Arbeiten wissenschaftliche Standards erfüllen.

Auf Basis der aktuellen Forschungsergebnisse kommen die Expertengremien übereinstimmend zu dem Schluss, dass bei Einhaltung der Grenzwerte eine sichere Nutzung der Mobilfunktechnologie für alle Personengruppen gewährleistet ist. Dennoch sehen sie weiteren Forschungsbedarf, vor allem hinsichtlich der Langzeiteffekte des Mobilfunks auf den Menschen. Auch die Frage, ob Kinder empfindlicher auf Mobilfunkfelder reagieren als Erwachsene, soll in derzeit laufenden Langzeitstudien geklärt werden.

Stand: Januar 2014