Wie entwickelt sich die Mobilfunknutzung weltweit?

2015 wird es so viele Handynutzer wie Menschen auf der Erde geben. Vor allem das mobile Internet treibt die weltweite Mobilfunknutzung stark an.

Wird bei der Mobilfunknutzung Ende 2015 die Sieben-Milliarden-Marke geknackt, kommt – rein statistisch gesehen – auf jeden Einwohner weltweit ein Handy. Das prognostiziert die Internationale Fernmeldeunion (ITU) in ihrem Bericht "The World in 2015: Facts and Figures“.

Der Trend zur stärkeren Nutzung von Smartphones im Vergleich zu herkömmlichen Handys verstärkt sich weiterhin: 2013 wurden insgesamt 1,8 Milliarden Handys ausgeliefert, davon waren über eine Milliarde Smartphones; bis Ende 2015 sollen laut Prognose der International Data Corporation (IDC) weltweit 1,44 Milliarden Smartphones abgesetzt werden; bis 2019 soll der Verkauf weiter auf rund 1,9 Milliarden Geräte ansteigen. Der größte Markt bleibt auch 2015 China mit 32 Prozent der weltweit verkauften Smartphones, obwohl der chinesische Markt langsamer als prognostiziert wächst.

In Deutschland verwenden 63 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren zumindest gelegentlich ein Smartphone. Vor einem Jahr waren es noch 55 Prozent der Bürger. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. Immer beliebter werden zusätzliche Smartphone-Funktionen, die über die Telefonie hinausgehen. Laut BITKOM-Erhebung verwenden auch Nutzer über 65 Jahren das Smartphone zunehmend für weitere Zwecke: 83 Prozent zum Fotografieren, 57 Prozent zum Surfen im Internet, 50 Prozent als Terminplaner. 

Mobiles Internet ist ein starker Treiber der weltweiten Mobilfunknutzung. Besonders in den Schwellen- und Entwicklungsländern wird dies deutlich, denn dort sind mobile Internetanschlüsse deutlich günstiger als stationäre (Quelle: ITU, „The World in 2015: Facts and Figures“). Schätzungen der ITU zufolge werden bis Ende 2015 47 Prozent der Weltbevölkerung per Smartphone oder Handy ins Netz gehen.

Das Handy als Fortschrittsmotor

Zwei Drittel der afrikanischen Bevölkerung haben Zugang zur mobilen Kommunikation. Das ist ein Ergebnis der Studie „The Transformational Use of Information and Communication Technologies in Africa“, die von der Weltbank in Kooperation mit der Afrikanischen Entwicklungsbank erstellt wurde. Während die Infrastruktur bei der Festnetzanbindung in vielen Teilen des Kontinents nach wie vor dünn ist, wird Mobilfunk zum Treiber für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt. Ein mittlerweile etabliertes Beispiel ist der Finanzdienst M-Pesa, mit dem sich via SMS Geld transferieren lässt.

Die Weltbank hat in ihrer Studie außerdem herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen der Handynutzung und der Wirtschaftssituation in Entwicklungsländern gibt: Jedes weitere Handy pro 100 Menschen in einem Entwicklungsland sorgt für ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent-Punkten.