Welche neuen Berufe sind durch den Mobilfunk entstanden?

Durch die Mobilfunktechnologie sind in der Telekommunikationsbranche vielfältige Berufsbilder entstanden. Die Palette reicht von kreativ-gestalterischen über technische und kaufmännische bis hin zu beratenden Tätigkeiten.

Die flächendeckende Mobilfunkversorgung gewährleisten

Für einen flächendeckenden Empfang sind Rollout-Manager zuständig. Sie konzipieren die Mobilfunknetze, stopfen sogenannte „Funklöcher“ und verdichten die Netze dort, wo die Nutzung intensiv ist. Dazu plant der Rollout-Manager unter anderem die Standorte neuer Basisstationen und leitet ihren Bau. Dabei muss er physikalische Gegebenheiten (hohe Häuser und Industrieschlote stören den Funkkontakt mehr als beispielsweise Bäume oder Einfamilienhäuser) genauso berücksichtigen wie die Vorstellungen der Kommune, in der eine Basisstation gebaut wird. Außerdem koordiniert der Rollout-Manager die Zulieferer.

Netzwerker auf allen Ebenen

Die IT-Architektur zu entwickeln und aufrechtzuerhalten, gehört zu den Aufgaben von Anwendungsentwicklern, Systemintegratoren sowie Informations- und Systemelektronikern. Sie analysieren und konzipieren IT-Systeme und sorgen für die fachgerechte Installation. Der Systemelektroniker sorgt beispielsweise dafür, dass die Computer und die Telefonanlage in einem Unternehmen funktionieren und richtet die notwendige Hard- und Software ein. Sicherheitssysteme, Computersysteme sowie Funk- und Festnetz sind seine Schwerpunkte. Hier plant der Systemelektroniker Anlagen und Netzwerke.

Zwischen Kundenwunsch und technischer Umsetzung

Zu den Berufsbildern, deren Schwerpunkte im kaufmännischen Bereich liegen, gehören der Informatikkaufmann oder der IT-Systemkaufmann. Ihre Aufgabe ist es, die Geschäftsprozesse und kundenspezifischen Anforderungen zu analysieren und entsprechende Lösungen zu erarbeiten. Informatikkaufleute arbeiten an der Schnittstelle zwischen Kunden und Technikern. Ein IT-Systemkaufmann ist meist der zentrale Ansprechpartner für Kunden. Er verkauft Hard- und Software und steuert Projekte, bei denen eine informations- und telekommunikationstechnische Infrastruktur eingeführt oder erweitert werden soll.

Produkte für den Nerv der Zeit

Ähnlich umfassend sind die Aufgaben des Produktmanagers Mobilfunk. Er ist zuständig für die Entwicklung und Positionierung neuer Produkte. Dazu entwirft er Ideen, erstellt Produktgruppenstrategien, überarbeitet bestehende Produkte und führt neue Angebote, beispielsweise neue Tarife, in den Markt ein. Für seine Arbeit benötigt der Produktmanager neben betriebswirtschaftlichem Wissen und analytischen Fähigkeiten vor allem Kenntnisse der IT-Architektur des Mobilfunks.

Apps für nahezu alle Bedürfnisse

Restaurantführer, Übersetzungsprogramm oder persönlicher Fitnesscoach: Apps haben in den vergangenen Jahren die Handynutzung revolutioniert. Trotz der mittlerweile riesigen Auswahl wächst der App-Markt immer noch rasant (Quelle: BITKOM 2014). Dementsprechend groß ist die Nachfrage nach App-Developern. Zum Jobprofil gehört in der Regel die Konzeption des Programms, die Entwicklung der Nutzeroberfläche und die Programmierung. Neben Kreativität und einem Gespür für Trends sind vor allem Programmierkenntnisse gefragt.

Mobile Anwendungen für alle Lebenslagen gestalten

Digitale Funktionen wie E-Books, Cloud Computing und Location-based Services, aber auch die stetig wachsende Zahl an Apps, Spielen und Lernprogrammen haben den Telekommunikationsmarkt verändert. Daraus hervorgegangen ist ein vielfältiges Berufsspektrum für kreative Entwickler und Designer: Die Tätigkeiten reichen von der Entwicklung von Apps und Spielen für mobile Endgeräte über die Programmierung und Gestaltung von Benutzeroberflächen und Webanwendungen bis zur Konzeption digitaler Medien und Magazine. Einige Hochschulen haben diesen Bedarf erkannt und bieten fachspezifische Studiengänge an, etwa die Hochschule Hof, die Hochschule Heidelberg, die Frankfurt University of Applied Sciences, die Hochschule Worms sowie die Fachhochschule Bingen.