Welche Möglichkeiten eröffnet der mobile Handel?

Geschenke kaufen oder eine dringende Überweisung tätigen – das geht heute auch per Smartphone oder Tablet. Als Teilbereich des allgegenwärtigen E-Commerce gewinnt das sogenannte M-Commerce zunehmend an Bedeutung.

Virtuelle Shopping-Touren mit dem Handy

Online-Shops erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – viele Kunden schätzen die Möglichkeit, bequem vom heimischen Sofa aus einzukaufen. Neben PC oder Laptop greifen dabei immer mehr Nutzer auf Smartphone oder Tablet zurück. In einer BITKOM-Umfrage (Stand: Mai 2014) gab jeder vierte Online-Shopper an, mit einem Smartphone oder einem Tablet-Computer einzukaufen. Der BITKOM-Studie „Trends im E-Commerce“ zufolge (Stand: 2013) werden vor allem kostenpflichtige Apps über das Mobiltelefon bezogen (35 Prozent), an zweiter Stelle stehen Konsumprodukte wie Bücher, Kleidung oder CDs (22 Prozent). Rege genutzt werden auch kostenpflichtige Musik- oder Spiele-Downloads (17 bzw. 10 Prozent). Jeder zehnte Befragte hat außerdem schon einmal ein Ticket, einen Mietwagen oder eine Reise per Smartphone gebucht.

Vom Online-Banking zum Mobile Banking

Auch im Bereich der Financial Services existieren heute zahlreiche mobile Anwendungen, die gerade für Privatkunden hilfreich sind. Sie können damit aktuelle Wechselkurse abrufen, ihren Kontostand prüfen oder Überweisungen durchführen. Laut einer BITKOM-Umfrage (Stand: Juni 2013) nutzt knapp jeder fünfte Smartphone-Besitzer sein Gerät für mobile Bankgeschäfte. Mittlerweile bieten fast alle Banken eine Smartphone-App für das Mobile-Banking an. Als erfolgsentscheidend erweisen sich Anwendungen, die benutzerfreundlich, personalisiert und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Bei einigen Banken können Kunden bereits über Giro-Code bezahlen: Ist ein QR-Code auf der Rechnung gedruckt, können Nutzer ihn mit der Banking-App scannen. Die App überträgt in wenigen Sekunden alle Zahlungsdaten, die im QR-Code bereits enthalten sind, in das Überweisungsformular. Nach Eingabe der Transaktionsnummer wird die Überweisung direkt ausgeführt.

Das Handy als mobile Geldbörse

Mit Mobile Payment, dem drahtlosen Bezahlen, wird das Mobiltelefon zum Portemonnaie. In einigen Bereich haben sich diese Dienste bereits etabliert, zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr. In immer mehr Städten können Fahrgäste ihr Ticket per Handy bezahlen. Nach dem Kauf erscheint der Fahrschein als SMS auf dem Handy-Display, die der Fahrgast dann beim Einsteigen vorzeigt.

Auch beim Einkaufen mit dem Handy spielen mobile Bezahldienste eine immer größere Rolle. Nach aktuellen Angaben des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) kaufen  64 Prozent der deutschen Smartphone-Besitzer per Mobiltelefon ein, 2014 waren es noch 57 Prozent. Das ergab eine Befragung des bevh zum Thema „Mobiler Einkauf und Bezahlung mit Smartphone und Tablet“ (Stand: Mai 2015).

Mobile Marketing im Medienmix

Für Unternehmen ist das Smartphone mittlerweile ein gängiger Werbekanal. Gegenüber der klassischen Werbung via Print, Hörfunk und TV bietet das mobile Marketing den Vorteil, dass dem Kunden auf seine Bedürfnisse abgestimmte Angebote direkt aufs Handy geschickt werden können. Potenzial und Herausforderungen des mobilen Marketings zählen zu den Kernthemen der Fachveranstaltung mobikon. Die deutschlandweit größte Fachmesse für Mobile Business findet das nächste Mal im Mai 2016 statt.