Welche Forschungsvorhaben zum Thema Mobilfunk und Gesundheit gibt es?

Die Europäische Union unterstützt internationale Studien zu Fragen möglicher biologischer Wirkungen elektromagnetischer Felder. Einen Schwerpunkt bilden Projekte, die sich mit langfristiger Handynutzung und möglichen gesundheitlichen Wirkungen befassen.

Laufende Studie zur Wirkung von elektromagnetischen Feldern auf Kinder und Jugendliche

Im Jahr 2010 starteten fünf europäische Länder die Langzeitstudie COSMOS (Cohort Study of Mobile Phone Use and Health). Mithilfe von bis zu 250.000 Handynutzern sollen über einen Untersuchungszeitraum von 20 bis 30 Jahren die Langzeitwirkungen von Mobiltelefonen auf die Gesundheit beleuchtet werden. Dabei werden Handynutzer in Europa auf verschiedene gesundheitliche Störungen und Krankheiten untersucht, unter anderem Hirntumore, Schlafstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen und Tinnitus.

Einem ähnlichen Ziel dient die 2009 gestartete MOBI-KIDS-Studie. Sie untersucht die Wirkung elektromagnetischer Felder auf Kinder und Jugendliche. Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden bei dieser Fall-Kontroll-Studie Fälle von Erkrankungen an einem Hirntumor bei jungen Menschen zwischen zehn und 24 Jahren gesammelt und die Handynutzung der Patienten mit der einer gesunden Kontrollgruppe verglichen. Auf diese Weise möchte man mögliche Zusammenhänge zwischen Art und Dauer der Handynutzung und dem Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken, erkennen. Diese Studie ist weltweit die größte ihrer Art. Ergebnisse sollen voraussichtlich 2016 vorliegen.

Zu Beginn des Jahres 2014 wurde das GERoNiMO-Projekt (Generalized EMF research using novel methods) gestartet. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und wird von der Europäischen Union gefördert. Es verfolgt einen interdisziplinären Ansatz mit dem Ziel, das Wissen über mögliche Wirkungen elektromagnetischer Felder zu erweitern. Dazu sollen auch Maßnahmen zur Reduzierung der Exposition durch elektromagnetische Felder erarbeitet werden. An dem Projekt arbeiten Wissenschaftler aus 19 verschiedenen Forschungseinrichtungen und 13 verschiedenen Ländern.

Im Mai 2014 wurde die Studie SCAMP (Study of Cognition, Adolescents and Mobile Phones) vorgestellt. Britische Wissenschaftler am Londoner Imperial College wollen im Rahmen dieses Forschungsprojektes der Frage nachgehen, wie sich der Umgang mit Handys und drahtlosen Funktechnologien in der Kindheit auf die weitere kognitive Entwicklung auswirkt. Rund 3.000 Londoner Schüler sollen an dem dreijährigen Projekt teilnehmen. Die Kinder sollen in der Jahrgangsstufe 7 sowie zwei Jahre später in Klasse 9 Fragen zu ihrer Nutzung mobiler Geräte und schnurloser Funktechnologien sowie zu ihrem Lebensstil und Wohlbefinden beantworten. Zusätzlich durchlaufen sie verschiedene Tests, die Aufschluss über ihre geistige Entwicklung sowie über Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit geben sollen. Ziel der Studie ist herauszufinden, ob die kognitiven Fähigkeiten von Kindern durch die Nutzung von Funktechnologien beeinflusst werden.

Stand: Juli 2014