Was verbirgt sich hinter dem Mobilfunkstandard GPRS?

Die Abkürzungen GPRS und EDGE stehen für Mobilfunktechnologien, mit denen die GSM-Mobilfunknetze in der Übergangsphase zur dritten Mobilfunkgeneration UMTS für die mobile Datenübertragung ausgebaut wurden. Sie stellen also keine neuen Mobilfunkstandards, sondern Erweiterungen von GSM dar.

Von GSM zu UMTS

Mit einer Übertragungsgeschwindigkeit bis etwa 50 kbit/s ermöglicht GPRS eine mobile Datenkommunikation mit höheren Übertragungsraten als GSM. Da für Daten sozusagen ein eigener Kanal zur Verfügung steht, können Handys bei GPRS ständig online bleiben. Beim „always-on-Betrieb“ behält das Mobiltelefon seine Internetverbindung (Internet-Protokoll) über die IP-Adresse laufend bei.

Mit der Einführung von GPRS um das Jahr 2000 mussten sich Mobilfunknutzer erstmals auch an eine neue Abrechnungsart gewöhnen: Während Telefonate zu dieser Zeit überwiegend nach Zeit berechnet wurden, tauchte nun zusätzlich die Menge der übertragenen Daten auf den Rechnungen auf.

EDGE bringt mobiles Internet in ländliche Regionen

Eine weitere GSM-Erweiterung ist „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, kurz EDGE. Mit EDGE ist auch in solchen Regionen ein mobiler Internetzugang möglich, in denen kein UMTS-Netz vorhanden ist. Ähnlich wie bei der GPRS-Technik werden bei EDGE die Daten in digitalen „Paketen“ übermittelt und beim Empfänger wieder zusammengesetzt – allerdings etwa viermal schneller als bei GPRS-Verbindungen. Ist kein EDGE-Netz verfügbar, schalten Handys automatisch auf GPRS um.

Die Datenrate pro Teilnehmer kann mit der EDGE-Technik deutlich gesteigert werden: Sie liegt bei rund 0,3 Megabit pro Sekunde.

Stand: November 2015