Was ist das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF)?

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Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) wurde von der Bundesregierung unter Federführung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zwischen 2002 und 2008 durchgeführt. Im Rahmen dieses Forschungsprogramms wurden 54 Forschungsvorhaben in den Disziplinen Biologie, Dosimetrie, Epidemiologie und Risikokommunikation durchgeführt.
Ziel des Forschungsprogramms war es, noch vorhandene wissenschaftliche Unsicherheiten zu reduzieren sowie drängende, in Wissenschaft und in Öffentlichkeit diskutierte Fragen zu klären und damit zur Aufklärung der Bevölkerung über mögliche gesundheitliche Risiken des Mobilfunks beizutragen. Das DMF hat keine Erkenntnisse erbracht, die die geltenden Grenzwerte aus wissenschaftlicher Sicht infrage stellen. Bei der Vorstellung der Ergebnisse im Juni 2008 erklärte der Bundesumweltminister: „Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern unterhalb der geltenden Grenzwerte und unspezifischen Gesundheitsbeschwerden, wie z. B. Kopfschmerzen, Schlafstörungen (‚Elektrosensibilität‘), war nicht nachweisbar. In der Gesamtbewertung decken sich die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms mit denen anderer Forschungsprojekte aus dem Ausland.“ Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) schreibt dazu in seiner im Juni 2008 veröffentlichten Publikation zum DMF: „Wir kennen heute die tatsächlichen Expositionen im Alltag wesentlich genauer als zu Beginn des DMF. Wiederholungsstudien konnten ernst zu nehmende erste Hinweise durchgehend nicht bestätigen. Auch lieferten die Studien keine Hinweise auf bisher unbekannte Langzeitwirkungen, weder bei Tieren noch in epidemiologischen Studien.“
 
Vor diesem Hintergrund halten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) die geltenden Grenzwerte für ausreichend, um die Bevölkerung zuverlässig zu schützen. „Dieses breit angelegte Forschungsprogramm hat bestehende Befürchtungen zu möglichen Gesundheitsgefahren des Mobilfunks, die es in Teilen der Bevölkerung gibt, nicht bestätigt. Wir werden aber trotzdem gezielt dort weiterforschen, wo wir noch Klärungsbedarf sehen“, so der Bundesumweltminister im Juni 2008. Weiterer Klärungsbedarf wird im Bereich der Langzeitwirkung bei der Nutzung von Mobilfunkgeräten und bei möglichen Auswirkungen des Mobilfunks auf Kinder gesehen. Durch weitere Forschungsaktivitäten will die Bundesregierung in den nächsten Jahren diesen Fragen nachgehen. 2012 haben sich die Bundesregierung und die Netzbetreiber verpflichtet, in den nächsten beiden Jahren jeweils 600.000 Euro für die Forschung zur Verfügung zu stellen.
 
Alle Forschungsvorhaben des DMF und deren Ergebnisse sowie der Abschlussbericht zum DMF mit einer Bewertung der Ergebnisse durch das BfS sind im Internet unter www.emf-forschungsprogramm.de veröffentlicht.