Warum gibt das Handy Sicherheit?

Das Handy ist von unschätzbarem Wert, um bei einem Notfall schnell Hilfe rufen zu können. Die europaweite Notrufnummer 112 funktioniert aus allen Handynetzen und ist kostenlos.

In Notfällen zählt jede Minute. Mit dem Handy lässt sich ein Hilferuf unmittelbar am Ort des Geschehens absetzen. Das spart wertvolle Zeit, gerade wenn sich ein Notfall in abgelegenen Gebieten ereignet – etwa im Gebirge oder auf einer einsamen Landstraße. In der gesamten Europäischen Union (EU) gilt die einheitliche, gebührenfreie Notrufnummer 112. Eine Vorwahl ist dabei nicht erforderlich. Die 112 ist in allen Mobilfunknetzen nutzbar und funktioniert auch außerhalb der EU, beispielsweise in der Schweiz und Südafrika. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Europäischen Union.

Einzige Voraussetzung für einen Notruf per Handy ist, dass eine gültige SIM-Karte im Mobiltelefon eingelegt ist. Diese Notrufverordnung wurde im Jahr 2009 in Deutschland eingeführt, um die steigende Zahl missbräuchlicher Anrufe auf der Notrufnummer einzudämmen. Ebenfalls wichtig: Hat man im Mobilfunknetz des eigenen Anbieters keinen Empfang, wird automatisch auf ein anderes Netz umgeschaltet. Das Mobiltelefon sucht sich automatisch das stärkste Betreibernetz in der Umgebung, um den Notruf abzusetzen.

Über die schnelle Unfallmeldung hinaus ermöglicht das Handy auch die Ermittlung des Standorts: Die Mobilfunknetze der GSM-, UMTS- und LTE-Standards verfügen über eine Ortungsgenauigkeit, die je nach Größe der jeweiligen Funkzelle von wenigen Metern bis zu einigen Kilometern reicht. So eine Ortung ist jedoch aus Gründen des Datenschutzes nur im Notfall möglich – dies garantiert Paragraf 108 des Telekommunikationsgesetztes. Im Straßenverkehr soll künftig ein automatisches eCall-System für zusätzliche Sicherheit sorgen. Fahrzeuge, die ab April 2018 in der EU auf den Markt kommen, müssen mit diesem Dienst ausgestattet sein.

Eine Besonderheit bildet die für Wassersportler wichtige Mobil-Notrufnummer 124 124: Anrufe werden im küstennahen Bereich der Nord- und Ostsee direkt an das Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen weitergeleitet.