Warum bietet mobile Kommunikation älteren Menschen mehr Lebensqualität?

Die neuesten Fotos vom Enkel ansehen oder sich spontan mit den Kindern oder einer Freundin verabreden: Für Senioren ist das Mobiltelefon eine große Hilfe, um auch im Alter aktiv am Leben teilzuhaben. Rund zwei Drittel der über 65-Jährigen nutzen Handys – und auch bei der älteren Generation liegen Smartphones im Trend.

Digitale Medien, allen voran Mobiltelefone, bieten älteren Menschen die Möglichkeit, auch bei eingeschränkter Mobilität aktiv am Leben teilzunehmen und geben zudem zusätzliche Sicherheit: Per Handy können sie jederzeit Kontakt zu Freunden, Familienmitgliedern oder dem Hausarzt aufnehmen. Auf diese Möglichkeiten wollen viele Senioren auch nicht mehr verzichten: Rund zwei Drittel (68 Prozent) der über 65-Jährigen besitzen nach Angaben des Digitalverbandes BITKOM ein Mobiltelefon (Stand: 2013). Der Anteil der Smartphone-Nutzer hat sich auch unter den Senioren erhöht: 17 Prozent der über 65-Jährigen verwendeten 2014 ein Smartphone, 2013 waren es noch 7 Prozent. Eine aktuelle BITKOM-Umfrage (Stand: 2015) zeigt darüber hinaus, dass selbst ältere Smartphone-Nutzer ihr Gerät nicht nur zum Telefonieren gebrauchen: 83 Prozent der Senioren machen Fotos mit ihrem Smartphone, 57 Prozent surfen damit im Internet und die Hälfte nutzt es als Terminplaner. 38 Prozent der über 65-Jährigen laden zusätzliche Apps auf ihr Gerät herunter und fast ein Drittel (31 Prozent) greift mit dem Mobiltelefon auf soziale Netzwerke zu.

Mobil kommunizieren – aber sicher
Der Trend zu größeren Bildschirmen und die steigende Bedienungsfreundlichkeit tragen dazu bei, dass Smartphones auch von älteren Menschen gerne verwendet werden. „Einsteigern im fortgeschrittenen Alter wird oft unterstellt, mit einem Smartphone und den vielen Möglichkeiten, die es bietet, überfordert zu sein. Doch das stimmt nicht“, so Giso Deussen, Vorsitzender der Deutschen Seniorenliga e.V.

Entscheidend sei vielmehr die Wahl der richtigen Geräts: So gibt es mittlerweile auch unter modernen Smartphones Modelle, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Nutzer zugeschnitten sind – etwa durch eine leicht verständliche, intuitive Menüführung oder einen berührungsempfindlichen, kontrastreichen Bildschirm. Tipps zur Auswahl eines passenden Geräts und zum sicheren Umgang mit dem Smartphone gibt die Broschüre „Einfach smart – Moderne Mobiltelefone für Ältere“ der Deutschen Seniorenliga. Allgemeine Tipps und Hinweise rund um das Thema mobile Kommunikation finden sich in der Broschüre „Mobil und aktiv im Alltag“. Beide Broschüren können auf der Website des Vereins kostenlos bestellt werden.

Für alle, die auch das mobile Internet nutzen, bietet das Portal Silver Tipps ausführliche Informationen, schwerpunktmäßig zum Thema Datensicherheit im Netz.

Handynutzung: Tipps für Träger von Herzschrittmachern und Hörgeräten
Auch Träger von Herzschrittmachern und Hörgeräten können Mobilgeräte zum Telefonieren, Nachrichten Schreiben und Surfen im Internet nutzen. Moderne Herzschrittmacher sind gegenüber Handys meist störfest, einige ältere Geräte lassen sich jedoch möglicherweise durch elektromagnetische Felder beeinflussen. Aus diesem Grund empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, zwischen dem Mobiltelefon und dem Herzschrittmacher einen Mindestabstand von etwa 20 Zentimetern einzuhalten. Außerdem sollte das betriebsbereite Mobiltelefon nicht in der Brusttasche direkt über dem Schrittmacher getragen werden.

Moderne Hörgeräte sind gegen elektromagnetische Felder meist gut abgeschirmt. Möchte ein Hörgeräteträger mobil telefonieren, lässt sich durch Ausprobieren eine Kombination von Hörgerät und Handy finden, die störungsfrei arbeitet. Viele Hersteller bieten bereits Zubehör für Träger von Hörgeräten an.

Tipps für den Handy-Alltag

  • Wichtige Rufnummern gehören auf die Kurzwahltasten. Die Zifferntasten des Handys dienen als Kurzwahltasten. Damit können besonders wichtige Rufnummern ohne Suchen im Handy-Telefonbuch mit zwei Tastendrücken angewählt werden. Informationen zur Einrichtung der Kurzwahltasten gibt es in der Bedienungsanleitung.
  • Das Handy regelmäßig laden. Gerade die Akkus von Smartphones müssen oft nach ein bis zwei Tagen wieder aufgeladen werden. Senioren, die ein Smartphone besitzen, sollten daher daran denken, ihr Gerät regelmäßig zu laden. Herkömmliche Mobiltelefone hingegen müssen oft erst nach zehn Tagen oder mehr wieder aufgeladen werden.
  • Die Notrufsäule in der Tasche. Handys können im Notfall helfen, Leben zu retten. Mit der internationalen Notrufnummer 112 erreicht man immer die nächstgelegene Rettungsleitstelle oder die Polizei – selbst dann, wenn man keinen Netzempfang hat. Einige Anbieter bieten darüber hinaus die Möglichkeit an, das Handy im Notfall – zum Beispiel bei einer Autopanne oder einem Unfall – orten zu lassen.
  • Das Handy eingeschaltet lassen. Nehmen Sie Ihr Handy mit und lassen Sie es immer eingeschaltet, wenn Sie aus dem Haus gehen. Wenn Sie ihr Handy dringend brauchen, haben Sie es sofort griffbereit. Das Handy befindet sich in einem „Schlummerzustand“ (Standby-Betrieb), wenn es nicht genutzt wird. In diesem Zustand ist es passiv und sendet auch nicht.