Warum abgeben? Gründe für die Entsorgung alter Handys

Hochrechnungen des Branchenverbands BITKOM zufolge bewahren die Deutschen rund 100 Millionen Althandys ungenutzt zu Hause auf. Oft heben die Bürger nicht nur ein Gerät, sondern mehrere Modelle auf. Doch mit dem alten Handy landen zahlreiche Rohstoffe in der Schublade, die somit ungenutzt bleiben.

Je länger ein Altgerät aufbewahrt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht mehr weitergenutzt werden kann und unter Umständen sogar illegal in den Hausmüll geworfen wird. Dabei können nicht mehr benötigte Mobiltelefone zurückgegeben werden, damit sie weiterverwendet oder fach- und umweltgerecht entsorgt werden.

Das Handy gilt als das „Filetstück“ unter den Elektrokleingeräten: Kein anderes Gerät vereint so viele Rohstoffe auf so engem Raum. Ein Mobiltelefon besteht aus rund 60 verschiedenen Stoffen. Allein 30 verschiedene Metalle stecken im Handy – darunter Kupfer, Eisen und Aluminium, aber auch sogenannte seltene Metalle (z.B. Kobalt, Indium, Wolfram) und Seltene Erden (z.B. Neodym).

Durch fach- und umweltgerechtes Handyrecycling kann ein Teil dieser Rohstoffe zurückgewonnen und zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden. Dadurch wird die Umwelt entlastet, weil weniger Rohstoffe abgebaut und weiterverarbeitet werden müssen. Denn die Herstellung eines Handys ist sehr aufwändig: Rohstoffgewinnung und Produktion machen rund 60 Prozent vom Gesamtgewicht des ökologischen Rucksacks eines Mobiltelefons aus. Durch Handyrecycling kann der ökologische Rucksack reduziert werden.

Recycling fördert die Rohstoffwende

Bisher gelangen noch zu wenige Geräte ins Recycling. Das liegt auch daran, dass Elektrogeräte wie Handys oft nicht recyclinggerecht hergestellt werden und dass die Effizienz der Recyclingtechnologien momentan weiter verbessert wird, um größere Mengen der Rohstoffe zurückgewinnen zu können.

Wissenschaftler und Umweltforscher setzen sich dafür ein, Waren nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip zu konstruieren. Das bedeutet, Produkte sollen so hergestellt werden, dass von Anfang an ihr Ende mitgedacht wird. Dadurch könnten alle verwendeten Materialien weiterverwendet werden. Der momentane Produktkreislauf funktioniert jedoch eher nach dem Cradle-to-Grave-Prinzip, da viele Waren nicht fachgerecht entsorgt werden.