Reisen mit dem Handy

Lange Schlangen vor dem Fahrkartenschalter? Kein Kleingeld für den Parkautomaten? Immer öfter bietet das Handy in solchen Situationen eine bequeme Alternative: Bahn- und Flugtickets lassen sich mittlerweile über das Smartphone buchen. Auch das Handyparken setzt sich in immer mehr Städten durch.

Mobil reisen im Fern- und Nahverkehr

Wer das Angebot der Deutschen Bahn auf dem Smartphone nutzen möchte, muss sich auf dem Online-Kundenportal der Deutschen Bahn registrieren und eine kostenlose App installieren. Fahrscheine und Reservierungen können dann bis zehn Minuten vor Abfahrt des Zuges per Handy gebucht und bezahlt werden. Bei vielen Verbindungen wird das Ticket auch als MMS an das Handy gesendet. Das Display wird so zur Fahrkarte, die der Zugbegleiter mit dem Scanner seines mobilen Terminals prüft. Aktuelle Informationen zur Reiseroute (Verbindungen, Verspätungen, Haltestellen in der Nähe) lassen sich auf dem Reiseportal der Deutschen Bahn über das mobile Internet abrufen. In zahlreichen deutschen Städten und Regionen bieten auch die regionalen Nahverkehrsbetriebe Handyfahrscheine und Reise-Apps an.

Guten Flug – mit der Bordkarte auf dem Mobiltelefon

Auch viele Fluggesellschaften haben für ihre Kunden eine Alternative zum Einchecken am Schalter geschaffen. Neben dem Online Check-in, bei dem man am PC seine Bordkarte erstellt und ausdruckt, gibt es bei immer mehr Airlines zusätzlich die Möglichkeit des Mobile Check-in. In der Regel bucht der Kunde sein Ticket über eine App oder die mobile Website und erhält seine Bordkarte mit einem 2-D-Barcode per MMS oder E-Mail. Ausdrucken ist nicht nötig – die Authentifizierung erfolgt über den Barcode.

Seit September 2014 gibt es noch eine weitere Neuerung für Flugpassagiere: Die Europäische Aufsichtsbehörde für Flugsicherheit EASA hat mit einer neuen Richtlinie die Handynutzung im Flugzeug grundsätzlich erlaubt – auch ohne Flugmodus. So können Passagiere auch während des Fluges das mobile Internet nutzen. Voraussetzung dafür ist, dass die Bordelektronik dadurch nicht beeinträchtigt wird. Dies müssen die Airlines individuell sicherstellen; insofern führt die Richtlinie nicht zu einer generellen Freigabe. Die Fluggesellschaften müssen zunächst eine individuelle behördliche Genehmigung einholen und technische Prüfungen durchführen. Telefonate über den Wolken bleiben weiterhin tabu.

Parkschein per Handy

Beim sogenannten Handyparken haben sich inzwischen mehrere Anbieter etabliert. Einen Überblick, wo man in Deutschland über welchen Anbieter mobil parken kann, gibt die Website mobil-parken.de. In den meisten Städten ähneln sich die Systeme zum Handyparken. So müssen sich Nutzer im Internet anmelden und eine Mobilfunknummer und Zahlungsmethode hinterlegen. Wollen sie später ihr Auto parken, rufen sie zu Beginn eine Servicenummer von ihrem Handy aus an. Das System erkennt automatisch die Nummer und startet die Zeit. Bei der Rückkehr zum Wagen wählt der Nutzer erneut die Servicenummer, um den Parkvorgang zu stoppen. Dank Taschencomputer und Nummernschild können Politessen bei abgestellten Fahrzeugen jederzeit prüfen, ob der Halter bezahlt hat.

In der Regel entsprechen die Parkgebühren den Preisen am Parkautomaten, allerdings erheben einige Anbieter Bearbeitungsgebühren zwischen 10 und 50 Cent. Unter dem Strich können Autobesitzer durch mobile Parkscheine dennoch Kosten sparen, da minutengenau abgerechnet wird. Auch Strafzettel lassen sich besser vermeiden, da man nicht vorab auf eine Parkdauer festgelegt wird.