Mobilfunk der 4. Generation (4G): LTE

Schnelle Übertragungsraten machen Mobilfunknetze noch leistungsfähiger

LTE steht für Long Term Evolution (langfristige Entwicklung) und folgt als vierte Mobilfunkgeneration (4G) auf die vorigen Standards GSM (2G) und UMTS (3G). Bei der LTE-Entwicklung ging es neben der weiteren Steigerung der Übertragungsraten auch um die Entwicklung eines weltweit einheitlichen Standards. Zahlreiche Optionen wurden in internationalen Gremien diskutiert, bis im September 2006 erstmalig eine simulierte LTE-Verbindung mit Live-Applikationen der Fachwelt vorführgeführt werden konnte. Zwei Monate später erfolgte in Hongkong die erste LTE-Demonstration in der Öffentlichkeit.

Die ersten kommerziellen LTE-Netze starteten Ende 2009 in Stockholm und Oslo. In Deutschland wurde LTE mit der Frequenzversteigerung durch die Bundesnetzagentur im Mai 2010 eingeführt.

LTE steigert die Leistungsfähigkeit der Mobilfunknetze durch eine höhere Datenübertragungsrate. Damit sind Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s im Downlink und 50 Mbit/s im Uplink möglich. Für den Netzausbau nutzen die Mobilfunkbetreiber Frequenzen in den Bereichen 800 MHz (Digitale Dividende), 1,8 GHz und 2,6 GHz. Mit der Frequenzversteigerung im Juni 2015 sind außerdem Frequenzen aus dem Bereich 700 MHz hinzugekommen. Diese eignen sich für den Einsatz in ländlichen Regionen besonders gut und wurden bisher vom Rundfunk verwendet. Bis 2019 sollen sie nun dem Mobilfunk schrittweise zur Verfügung gestellt werden.

Die LTE-Technologie versorgt insbesondere ländliche Gebiete über Mobilfunk mit schnellem Internet. Angaben der Bundesnetzagentur zufolge waren bereits Ende November 2012 in allen unterversorgten Bundesländern mindestens 90 Prozent der Breitbandlücken geschlossen. Die Frequenzversteigerung 2015 ist nun mit der Auflage verbunden, bis 2018 eine flächendeckende Breitbandversorgung bundesweit zu gewährleisten.

LTE-Netze werden auch in Ballungsräumen intensiv ausgebaut und von immer mehr Menschen genutzt. Die Zahl der aktiven LTE-Teilnehmer in Deutschland erhöhte sich innerhalb eines Jahres von 5,6 Millionen Nutzern (2013) auf 13 Millionen Nutzer (2014). Ende 2014 waren bundesweit 28.700 LTE-Anlagen in Betrieb; über 10.000 mehr als im Vorjahr (2013: 17.800, Quelle: Jahresbericht der Bundesnetzagentur 2014).