Mobilfunk der 3. Generation (3G): UMTS

Die Breitbandtechnik revolutioniert den Mobilfunkmarkt

Mit dem als dritte Mobilfunkgeneration (3G) bezeichneten UMTS-Standard wurde eine völlig neue Mobilfunktechnik eingeführt. Sie erforderte den Aufbau von eigenständigen UMTS-Netzen und die Konstruktion neuer Handys, die zusätzlich zu GSM auch UMTS nutzen konnten.

Die Funktionsweise von UMTS ist in einigen Punkten vergleichbar mit der von GPRS, mit dem Unterschied, dass auch die Sprache in Datenpaketen übermittelt wird. UMTS wird daher auch als Breitbandtechnik bezeichnet, was nichts anderes bedeutet, als dass für Daten und Sprache ein größerer Frequenzbereich zur Verfügung steht als bei GSM. Anders ausgedrückt: Wenn man sich Frequenzbereiche als Straßen vorstellt, ist die GSM-Mobilfunkverbindung eine einspurige Straße zwischen Sender und Empfänger, auf der alle Teilnehmer einzeln hintereinander fahren müssen. Bei UMTS ist das nicht nötig: Wie auf einer mehrspurigen Autobahn „fahren“ die Daten zu „Paketen“ verpackt auf dem schnellsten Weg zum Ziel. Dort werden sie sortiert, entschlüsselt und wieder zu Sprache oder Daten zusammengesetzt. Codierungen sorgen dafür, dass jeder nur die für ihn bestimmten Daten entschlüsseln kann. Dieses Verfahren ist effizient und schnell. Der Nachteil: Wenn viele die „Datenautobahn“ nutzen, wird es für alle etwas langsamer.

Mit Datenkapazitäten von bis zu 384 kBit pro Sekunde erschließen sich bei UMTS neue Anwendungsfelder: Videokonferenzen, TV-Programme und der Zugriff auf Daten aus dem Internet machen das Handy zum digitalen Informationsmedium für unterwegs. UMTS ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von Sprache und Daten. Es ist also möglich, während eines Gesprächs gleichzeitig im Internet zu surfen oder E-Mails zu empfangen oder zu schreiben.

Die schnell wachsende Nutzung des mobilen Internets, die durch Smartphones, Tablets und neuartige Anwendungen angetrieben wird, lässt den Bedarf nach noch leistungsfähigerer Übertragung ständig wachsen. In den UMTS-Netzen wird durch technische Weiterentwicklungen wie HSDPA (High Speed Downlink Packet Access), HSPA (High Speed Packet Access) und HSPA+ eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 42 Mbit/s ermöglicht.