Mobilfunk der 2. Generation (2G): GSM

Das digitale Mobilfunkzeitalter beginnt

Mitte 1992 begann in Deutschland das Zeitalter des digitalen „Global System for Mobile Communication“ (GSM). Mit dieser Technologie wurden zunächst D- und ab 1994 auch E-Mobilfunknetze aufgebaut. Der Wechsel zur digitalen Datenübertragung markierte den Start der zweiten Mobilfunkgeneration (2G).

D-Netz

Im Sommer 1992 startete das D-Netz als unmittelbarer Nachfolger des C-Netzes. Im Gegensatz zu den Mobilfunknetzen der ersten Generation (A-, B- und C-Netz) war es das erste voll digitalisierte Mobilfunknetz und sendete in einem Frequenzbereich von 900 MHz. Das D-Netz basierte auf dem digitalen GSM-Standard, der die zweite Mobilfunkgeneration (2G) einläutete. Durch das D-Netz wurde der Mobilfunk erstmals für eine breite Bevölkerung nutzbar. Ende 1992 wurden die Geräte handlicher, durch die steigende Nachfrage sanken die Preise. In Deutschland etablierte sich der Begriff „Handy“ für die kleinen, modernen Mobilfunktelefone. Mit dem D-Netz wurde auch erstmals ein flächendeckendes Roaming möglich.

E-Netz

Nach der Etablierung des D-Netzes startete im Sommer 1994 das erste E-Netz, das auch dem GSM-Standard entsprach, aber Frequenzen von 1.710 bis 1.880 MHz nutzte. Als Netz im höheren Frequenzband brauchte es mehr Antennenstandorte als das D-Netz. Aufgrund der geringeren Sendereichweite mussten diese außerdem näher beieinander liegen. Der Vorteil dabei war, dass E-Netz-Handys mit einer geringeren Sendeleistung von maximal einem Watt auskamen. Im Oktober 1998 startete ein zweites E-Netz.

Daten werden mobil

Durch die D- und E-Mobilfunknetze wurde der breiten Bevölkerung in den 90er Jahren der Zugang zur mobilen Kommunikation ermöglicht. Neben Sprachübermittlung in guter Qualität ermöglichte GSM ab Mitte 1995 Datendienste wie SMS, Fax oder Notebook-PC-Anbindungen und – mithilfe der GSM-Erweiterung GPRS um das Jahr 2000 – auch die mobile Internetnutzung, allerdings mit einer sehr geringen Übertragungsrate. Auf GPRS folgte die GSM-Erweiterung EDGE (Enhanced Data Rates for GSM-Evolution), die einen mobilen Internetzugang mit einer viermal höheren Geschwindigkeit als bei GPRS-Verbindungen ermöglichte.

Ab 1996 reduzierten sich die Mobilfunktarife spürbar. Die Grundgebühr fiel damals von 50 auf knapp 30 D-Mark. Im folgenden Jahr wurden die Guthabenkarten (Prepaid-Cards) eingeführt. Ende der 90er Jahre waren die GSM-Netze flächendeckend ausgebaut und im Jahr 2000 gab es in Deutschland bereits über 48 Millionen Mobilfunkanschlüsse (Quelle: Bundesnetzagentur).