Per Mobilfunk das „intelligente Zuhause“ steuern

Geräte und Systeme zur Steuerung des Haushaltes sollen nicht nur das Wohnen komfortabler und sicherer machen, sondern auch beim Energiesparen helfen. Computer oder Handy werden dabei zur Schaltzentrale für verschiedene Haushaltsgeräte und -funktionen.

Verschiedene Geräte zur Hausautomation haben sich bereits am Markt etabliert. Dazu zählen etwa WLAN-Steckdosen oder -Leuchten, die sich übers Internet programmieren und steuern lassen. Auch Anwendungen wie Temperatursensoren, Bewegungsmelder, Rollladenmotoren oder Thermostate werden in vielen deutschen Haushalten verwendet.

Mithilfe von Smart-Home-Systemen lassen sich diese verschiedenen Dienste zentral koordinieren und bedienen – beispielsweise mit dem Computer oder Smartphone. Obwohl diese Technologie noch recht jung ist, gibt es bereits eine Vielzahl an unterschiedlichen Lösungen. Forschung und Industrie arbeiten gemeinsam daran, die Effizienz dieser Systeme zu erhöhen. Ziel ist es, dass sich die einzelnen Geräte untereinander vernetzen, miteinander kommunizieren und zum Teil eigenständig agieren: Das „intelligente Haus“ soll zum Beispiel erkennen, ob sich jemand in einem Raum aufhält, und Licht und Heizung entsprechend regulieren.

Neben mehr Komfort und Energieeffizienz kann das Connected Home bzw. Smart Home auch die Sicherheit in den eigenen vier Wänden erhöhen. So können Sensoren den Herd selbstständig abschalten oder registrieren, wenn jemand in der Dusche stürzt, und einen Notruf absetzen. Diese intelligenten Assistenzsysteme eignen sich vor allem für ältere oder kranke Menschen und unterstützen sie dabei, weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung zu leben.

Der Mehrheit der deutschen Verbraucher ist der Begriff Smart Home nicht nur bekannt, sondern sie stehen dem Thema auch überwiegend aufgeschlossen gegenüber. Das zeigt eine Umfrage des Branchenverbandes BITKOM vom August 2015. Fast zwei Drittel der Bundesbürger geben an, schon mindestens einmal von Smart Home gehört zu haben, 2014 waren es erst 51 Prozent. 80 Prozent der Befragten können sich gut vorstellen, ein System zur Erkennung unverschlossener Wohnungstüren zu verwenden. 60 Prozent interessieren sich für Systeme, die erkennen und Nutzer umgehend benachrichtigen, wenn ein Wasserhahn nicht abgedreht oder ein Herd nicht abgeschaltet ist.  

Die Fokusgruppe Connected Home des Nationalen IT-Gipfels 2014 erwartet in den kommenden Jahren einen deutlichen Anstieg des Smart-Home-Marktes in Deutschland. Selbst bei konservativer Schätzung gehen die Experten davon aus, dass die Zahl der Smart-Home-Haushalte in Deutschland im Jahr 2020 die Millionengrenze überschreiten wird. Die Thematik habe bezogen auf energiesparendes, komfortables und altersgerechtes Wohnen eine hohe gesellschaftliche Relevanz.

Die Potenziale des Themas werden auch von Nachwuchswissenschaftlern erkannt. So hat beispielsweise ein 15-jähriger Schüler aus Bitburg eine Smart-Home-Zentrale entwickelt, die zusätzlich den Energieverbrauch reduziert. Dafür wurde er beim „Jugend forscht“-Landeswettbewerb 2014 in Rheinland-Pfalz mit dem „Sonderpreis Mobilfunk“ ausgezeichnet.
 

Stand: Dezember 2015