Italienisches Urteil zur Handy-Nutzung

Ein italienisches Gericht in Ivrea hat einem Kläger eine Unfallversicherungsrente zugesprochen, da nach Auffassung des Gerichts das häufige Telefonieren mit dem Handy eine mögliche Ursache für das Entstehen eines gutartigen Tumors sein könne. Eine Urteilsbegründung liegt derzeit noch nicht vor. Das Urteil aus Italien wird in den deutschen Medien aufgegriffen und damit auch die Wirkung von elektromagnetischen Feldern wieder diskutiert.

Die Frage, ob Handys Tumore auslösen können und welchen Einfluss die Handynutzung auf die Gesundheit hat, wird wissenschaftlich erforscht seit es Handys gibt. Viele Wirkungen von elektromagnetischen Feldern auf die Gesundheit sind mittlerweile auch in Langzeitstudien gut erforscht und haben keine Hinweise auf Gesundheitsrisiken ergeben. Die Interphone-Studie, die im Jahr 2000 von der International Agency for Research on Cancer (IARC) initiiert und in 13 Ländern durchgeführt wurde, um mögliche Risiken für die Entstehung von Tumoren durch den Gebrauch von Mobiltelefonen zu ermitteln  oder das deutsche Mobilfunkforschungsprogramm konnten kein erhöhtes Risiko für eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Mobilfunkfelder belegen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verweist darauf, dass nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand die international festgelegten Grenzwerte ausreichen, um vor nachgewiesenen Gesundheitsrisiken zu schützen. Gleichzeitig gibt das BfS Tipps, wie die Nutzer die elektromagnetischen Felder minimieren können: Nutzer sollen auf einen guten Empfang achten, Handys mit geringem SAR-Wert auswählen, das Handy erst nach dem Rufaufbau an den Kopf halten oder Kopfhörer benutzen.

 

Weitere Infos unter:

http://www.informationszentrum-mobilfunk.de/welche-fachgremien-und-institutionen-bewerten-den-aktuellen-forschungsstand

Stand: April 2017