Gibt es einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Elektrosensibilität?

Zahlreiche Menschen leiden zeitweilig oder dauerhaft an chronischen Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindelgefühlen, Konzentrationsschwäche oder Antriebslosigkeit. Ein Teil der Betroffenen schreibt diese Beschwerden elektromagnetischen Feldern insbesondere von Mobilfunkgeräten und -anlagen zu. Diese Menschen bezeichnen sich als „elektrosensibel“. Nach eigenen Angaben können sie die Wirkung elektromagnetischer Felder – auch der des Mobilfunks von Handys und Basisstationen – auf ihren Organismus direkt spüren.

Medizinischer Umgang mit elektrosensiblen Patienten

Die Frage, ob es Menschen mit einer besonders hohen Empfindlichkeit gibt, die auf elektromagnetische Felder mit Befindlichkeitsstörungen reagieren, ist angesichts dieser Situation seit längerem Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und wurde auch im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF) analysiert. In einer 2004 am Bezirksklinikum Regensburg gestarteten Studie verglichen Forscher eine Gruppe von Personen, die sich als elektrosensibel gegenüber Mobilfunkfeldern bezeichnete, mit einer entsprechenden Kontrollgruppe. Bei den Untersuchungen ließ sich kein direkter Einfluss von elektromagnetischen Feldern feststellen. Es zeigte sich allerdings, dass die elektrosensiblen Personen schlechter als die Kontrollpersonen zwischen tatsächlichen und nur vorgetäuschten Impulsen unterscheiden konnten. Viele glaubten, auch bei Scheinimpulsen einen Impuls und körperliches Unwohlsein wahrzunehmen.

In der abschließenden Bewertung des DMF kam die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) zu dem Ergebnis, dass „(...) in der Zusammenschau mit der internationalen Literatur der Schluss gezogen werden (müsse), dass „Elektrosensibilität“ mit großer Wahrscheinlichkeit nicht existiert. Weitere Forschung sollte daher in einem Themenkreis außerhalb der EMF-Forschung erfolgen."

Damit wird bestätigt, was die Weltgesundheitsorganisation WHO wenige Jahre vorher in ihrem Faktenblatt 296 festgestellt hatte: „Die meisten Studien zeigen, dass von EHS betroffene Personen die Einwirkungen von EMF nicht zuverlässiger bestimmen können als nicht betroffene Personen. Gut kontrollierte und durchgeführte Doppelblindstudien haben gezeigt, dass die Symptome nicht mit der Einwirkung von EMF in Zusammenhang standen.“

Stand: Januar 2014