Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kann Patienten,  Ärzten, Apothekern und Krankenhäusern dabei helfen, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln und noch enger zusammenzuarbeiten. Sie birgt Potenziale, die für Patienten einen besseren Zugang bedeuten und mehr Effizienz im Gesundheitswesen ermöglichen. Einige Bereiche wie die Videosprechstunde, die telemedizinische Befundbeurteilung bei Röntgenaufnahmen, der elektronische Arztbrief oder der Medikationsplan bringen bereits heute greifbare Vorteile für die Patientinnen und Patienten.

Der diesjährige Digital-Gipfel, der unter dem Motto „Vernetzt besser Leben“ stand, hat weitere konkrete Maßnahmen für die Digitalisierung des Gesundheitswesens benannt: Mit der Gründung einer Dialog-Plattform Digitale Gesundheit soll die Bereitstellung und Auswertung großer Datenmengen (Big-Data) vorangebracht werden. Ebenso auf der Agenda steht die Einführung von elektronischen Patientenakten, die helfen Forschung und Versorgung der Patienten weiter zu verbessern. Durch die Förderung von Projekten sollen die Möglichkeiten des digitalen Fortschritts im Gesundheitswesen aufgezeigt werden.

„Mit dem Start eines sicheren Datennetzes im Gesundheitswesen haben wir einen Meilenstein geschafft. Jetzt muss es darum gehen, große Datenmengen zum Wohle der Patienten zu nutzen, um Krankheiten wie Alzheimer und Krebs in Zukunft besser verstehen und gezielt bekämpfen zu können“, sagte Bundesgesundheitsminister Gröhe beim Digital-Gipfel. Auf dem Digital-Gipfel waren sich Politiker und Experten einig, dass digitale Lösungen für die Gesundheitsversorgung sehr viel mehr Chancen als Risiken bieten. Geklärt werden müssten aber eine Vielzahl ethischer Fragen sowie die der Umgang mit den Daten.

Ein Trend ist die Dezentralisierung des Gesundheitswesens, so kann sich der Ort der Patientenbetreuung von den Arztpraxen und Krankenhäusern hin zum privaten Umfeld verlagern: Nach einer aktuellen Studie wären zwei Drittel (66 Prozent) der Konsumenten bereit, sogenannte Wearables, das heißt am Körper tragbare Geräte wie zum Beispiel Fitness-Armbänder,  als vorbeugende Maßnahme zur Überprüfung von gesundheitlichen Anomalien und gegen chronischen Erkrankungen zu verwenden. 36 Prozent der Patienten mit chronischen Erkrankungen würden Online-Sprechstunden gegenüber den klassischen Sprechstunden bevorzugen. 62 Prozent der deutschen Konsumenten wären bereit, persönliche Gesundheitsdaten zu teilen, wenn dies zu besseren Behandlungsmöglichkeiten durch den Arzt führen würde. Das sind Ergebnisse einer Studie von Ericsson zur Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland.