Der neue Mobilfunkstandard LTE

Knapp zwei Drittel der Bundesbürger (63 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren) nutzen einer BITKOM-Umfrage zufolge mittlerweile ein Smartphone zum Telefonieren und Surfen im Internet. Das Datenübertragungsvolumen im Mobilfunk wird im Jahr 2015 voraussichtlich 510 Millionen Gigabyte erreichen. Damit hat sich das Gesamtvolumen seit 2011 mehr als verfünffacht (Quelle: VATM).

Der Ausbau der LTE-Netze soll dabei helfen, diesem stark wachsenden Datenverkehr technisch gerecht zu werden. LTE steht für Long Term Evolution (langfristige Entwicklung) und folgt als vierte Mobilfunkgeneration (4G) auf die bisherigen Standards GSM (2G) und UMTS (3G).

LTE steigert die Leistungsfähigkeit der Mobilfunknetze durch eine höhere Datenübertragungsrate. Sie wird vor allem dadurch erreicht, dass die einzelnen Zellen besser aufgeteilt werden. Durch die innovative Mehrantennentechnik „Multiple Input Multiple Output“ (MIMO) werden Qualität und Datenrate der drahtlosen Verbindung verbessert. Zudem werden Verzögerungen in der Datenübertragung reduziert. Mit LTE sind mobile Datenübertragungsraten von bis zu 300 Mbit/s im Downlink und 50 Mbit/s im Uplink möglich.

Der LTE-Ausbau schreitet in Deutschland zügig voran: Ende 2014 betrug die Zahl der LTE-Basisstationen 28.700, 2013 waren es noch 17.800 (Quelle: Bundesnetzagentur 2014). Der Großteil der LTE-Sendeanlagen wird an Mobilfunkstationen installiert, an denen bereits GSM und/oder UMTS angebracht sind (sogenanntes Site Sharing). Somit müssen vergleichsweise wenig neue Antennenstandorte gefunden werden.

Bild: O2

LTE-Ausbau ermöglicht flächendeckende mobile Breitbandversorgung

Für den LTE-Netzausbau nutzten die Mobilfunkbetreiber bisher die Frequenzen in den Bereichen 800 MHz (Digitale Dividende), 1,8 GHz und 2,6 GHz. Mit der letzten Frequenzversteigerung im Juni 2015 stellte die Bundesnetzagentur Frequenzen aus dem Bereich 700 MHz (Digitale Dividende II) zur Verfügung, die bisher vom Rundfunk verwendet wurden.  Die neuen Frequenzen sind für den Ausbau des mobilen Breitbands in ländlichen Gebieten besonders gut geeignet. Die Frequenzvergabe ist für die Mobilfunkbetreiber mit der Auflage verbunden, bis 2018 eine flächendeckende Breitbandversorgung bundesweit zu erreichen.

LTE-Netze werden nicht nur in ländlichen Gebieten intensiv ausgebaut, sondern auch in Ballungsräumen, wo sie zur weiteren Verbesserung der Breitbandversorgung beitragen. Verbraucher, die wissen möchten, ob LTE am eigenen Wohnort verfügbar ist, können dies anhand einer interaktiven Karte überprüfen.