Das Internet der Dinge kommt

Lange Zeit war das sogenannte Internet der Dinge oder Internet of Things (IoT) ein Thema, das noch in weiter Ferne schien. Mit dem Ausbau der schnellen Mobilfunknetze geht jedoch auch die Vernetzung von Alltagsgegenständen rasant voran. Ob Hundehalsband, Kaffeemaschine, Zahnbürste oder Thermostat, jedes dieser Geräte kann einen Anschluss an das Internet bekommen und so gesteuert werden. IoT, das heißt die Verknüpfung und Digitalisierung von Dingen, waren ein wesentliches Thema bei der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona. Ein mit Sensoren ausgestatteter Blindenstock, intelligente Funktionskleidung für Bergsteiger oder smarte Parksysteme, das waren einige Anwendungsbeispiele auf dem Mobile World Congress. IoT verbindet Gegenstände, Produkte und Maschinen drahtlos über miteinander und macht sie "intelligent" – das heißt: Sie können über Sensoren Dinge wahrnehmen, Daten in Echtzeit versenden und empfangen sowie entsprechend reagieren. IoT hilft so dabei Aufgaben schneller und einfacher zu erledigen.

Möglich wird das Internet der Dinge durch Weiterentwicklungen der Mobilfunktechnologie: Narrow-Band-LTE heißt das Netz für das IoT. Es bietet die ideale Basis für solche Anwendungsszenarien. Narrow Band-LTE ist eine Variante von Long Term Evolution (LTE), es ist für die schmalbandige Übertragung kleiner Datenpakete optimiert und eignet sich für eine energieeffiziente Kommunikation. Es baut auf der bestehenden Mobilfunkinfrastruktur auf und bietet eine einheitliche, standardisierte Basis für die Kommunikation von Maschinen und Geräten.

Unterschiedliche Anwendungen benötigen unterschiedliche Netze: Beim Internet der Dinge steht nicht die Geschwindigkeit der Datenübertragung im Vordergrund, sondern Faktoren wie eine erhöhte Gebäudedurchdringung. Das bedeutet, dass die Funksignale ihren Empfänger auch in Fahrstühlen, Tiefgaragen oder im Keller erreichen. Denn bei Gas- und Wasserzählern im Keller stoßen herkömmliche Mobilfunkverbindungen an ihre Grenzen. Die bessere Netzabdeckung im Gebäudeinneren ist vorteilhaft für viele Anwendungen in den Bereichen Industrie und Gesundheitswesen sowie Smart Home und Smart Energy. So können smarte Stromzähler helfen, den Energieverbrauch und die Produktion optimal aufeinander abzustimmen. Ebenso sind kurze Reaktionszeiten, einfache Wartung und geringere Modulkosten Merkmale des Narrow-Band-LTE, das in den Frequenzbändern zwischen 700 MHz und 900 MHz arbeitet. Die Technologie ermöglicht unter anderem die Adressierung von bis zu 50.000 Teilnehmern pro Funkzelle. Wird die herkömmliche SIM-Karte durch eine elektronische Karte, die e-SIM, ersetzt, kann diese mit einer herkömmlichen Batterie bis zu 10 Jahre betrieben werden. Die stromsparende Funktechnik lässt sich theoretisch fast überall nutzen.

Die neue Narrow-Band-Technologie ermöglicht die zeitgleiche Kommunikation von vielen Geräten miteinander. Die immer kleineren eingebetteten Computer sollen Menschen unterstützen, ohne überhaupt aufzufalllen. Ein Getränkeautomat oder ein Drucker können „mitdenken“, Füllstände melden und automatisch Nachschub bestellen, Maschinen kommunizieren miteinander und automatisieren Abläufe. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Die Vorteile liegen auf der Hand: Effizientere Prozesse, verbesserte Kundenbeziehungen, erhöhte Sicherheit, weniger Ressourcenverschleiß und ein hohes Potential für neue Business- und Servicemodelle. 

Kritiker der Technologie verweisen darauf, dass durch die Erfassung und Speicherung der Daten auch der Schutz und die Sicherheit der Daten gewährleistet sein müsse. Um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung effektiv wahrnehmen zu können, müssten die Nutzer wissen, welche personenbezogenen und welche anonymisierten Daten durch die intelligenten Geräte erhoben werden und von wem diese für welche Zwecke verarbeitet werden. Ein weiteres Risiko der Vernetzung über das Internet der Dinge ist die Sicherheit: Wie bei jedem mit dem Internet verbundenen Gerät stellt auch im Internet der Dinge die Gerätesoftware eine potenzielle Schwachstelle dar, die von Cyperkriminellen ausgenutzt werden könnte. Daher kommt es darauf an, schon bei der Entwicklung von Produkten und Anwendungen besonderes Augenmerk auf die Sicherheit zu legen und den entsprechenden Aufwand zu betreiben.