Überblick über Studien zu Elektrosensibilität

Forscherinnen der RWTH Aachen und der NTNU Trondheim haben die bislang veröffentlichten Studien zum Thema Elektrosensibilität gesichtet und systematisch ausgewertet. Ziel war es, die Methodik in experimentellen Studien zur Symptomentwicklung bei IEI-EMF-Patienten (IEI-EMF ist der wissenschaftliche Begriff für Umweltunverträglichkeit aufgrund elektromagnetischer Felder oder Elektrosensibilität) zu untersuchen und zu bewerten. 

28 Studien erfüllten die Kriterien der Wissenschaftlerinnen und wurden in diese Überprüfung einbezogen. „In vielen Studien, sowohl mit positiven als auch mit negativen Ergebnissen, haben wir methodische Einschränkungen identifiziert, die entweder falsche oder maskierte reale Auswirkungen der Exposition hervorgerufen haben könnten. Die häufigsten Einschränkungen betrafen die Auswahl der Studienteilnehmer, das Ausgleichen der Expositionssequenz und die Wirksamkeit der Verblindung“, fassen die Forscherinnen die Ergebnisse zusammen. In vielen Studien fehlten zudem statistische Leistungsschätzungen. Methodisch fundierte Studien zeigten, dass eine Auswirkung der Exposition unwahrscheinlich ist. Insgesamt deuteten die Anzeichen darauf hin, dass die Exposition keinen Einfluss hat. Da der Nocebo-Effekt oder medizinische/mentale Störungen die Symptome bei vielen Personen mit IEI-EMF erklären könnten, seien zusätzliche Untersuchungen erforderlich, um die verschiedenen Faktoren zu identifizieren, die für die Entwicklung von IEI-EMF und die Auslösung der Symptome wichtig sein könnten.