Krebsinformationsdienst zum Thema Mobilfunk und Gesundheit

Zur Diskussion um das Thema Mobilfunk und Gesundheit hat der Krebsinformationsdienst eine aktuelle Einschätzung veröffentlicht. Anlass sei, dass der bevorstehende Netzausbau mit der 5. Mobilfunkgeneration (5G) in der Öffentlichkeit für Aufmerksamkeit sorge. „Heute gehen viele Wissenschaftler nicht mehr von einem messbaren Krebsrisiko aus. Die Mehrzahl der Menschen nutzt bedenkenlos Smartphones, fährt mit elektrischen Straßenbahnen, radelt entlang von Stromtrassen oder erwärmt Essen mit der Mikrowelle. Doch abgeschlossen ist die Forschung nicht“, so der Krebsinformationsdienst.  „Es gibt bisher keine verlässlichen Labor- oder Tierstudien, in denen ein Krebsrisiko durch elektromagnetische Felder direkt oder indirekt nachgewiesen werden konnte“, so der Krebsinformationsdienst weiter.

 

Der Dienst, der zum Deutschen Krebsforschungszentrum gehört, verweist in der Veröffentlichung darauf, dass elektromagnetische Felder die Erbinformation in Zellen nicht so schädigen, dass dadurch Krebs entsteht. Ob es andere indirekte Effekte gibt, das werde bis heute diskutiert. Es sei weder gesichert, noch vollständig und endgültig widerlegt. Die Veröffentlichung fasst den derzeitigen Kenntnisstand zusammen und erläutert die Hintergründe.

 

Insbesondere die Einstufung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) wird im Detail erläutert:  2011 hat die IARC die Einstufung für hochfrequente elektromagnetische Felder und damit auch für den Mobilfunk und das Telefonieren mit Handys oder Smartphones in der Kategorie 2b festgelegt. Die Experten nutzen ein fünfstufiges System: Kategorie 4: wahrscheinlich nicht krebserregend für den Menschen, Kategorie 3: eine Bewertung des Krebsrisikos ist nicht möglich, Kategorie 2b: möglicherweise krebserregend. Kategorie 2a: wahrscheinlich krebserregend. Als gesichert gelten würde ein Krebsrisiko nur bei Einstufung in die Kategorie 1: krebserregend für den Menschen. In Kategorie 1 finden sich Asbest oder Tabak.  

 

Die Experten der IARC bauen bei ihrer Entscheidung auf sogenannten epidemiologischen Studien auf. Das bedeutet: Forscher beobachten große Bevölkerungsgruppen, achten auf mögliche Risiken und bestimmen über einen längeren Zeitraum die Krebsrate. Für niederfrequente Magnetfelder bestand der Verdacht, dass Leukämien bei Kindern häufiger vorkamen, die in der Nähe von Stromleitungen aufwuchsen. Diese Beobachtungsergebnisse konnten in späteren Studien nicht wiederholt, aber auch nicht völlig widerlegt werden. Für die Einstufung der hochfrequenten Felder nutzten die Forscher vor allem Studien an Menschen, die schon sehr früh und sehr lange ein mobiles Telefon benutzt hatten. Bei ihnen gab es Anzeichen für mehr Gehirntumoren als bei anderen Menschen. Diese Daten galten jedoch schon innerhalb der Expertenkommission der IARC als teilweise umstritten. Zur Sicherheit entschied die IARC sich trotzdem zur Einstufung als "vielleicht krebserregend".
 

Klar sei so der Krebsinformationsdienst: „Elektromagnetische Strahlung ist nicht stark genug, um die Erbinformation in Zellen direkt zu schädigen und so Krebs auszulösen.“ Für den Einfluss magnetischer und elektrischer Felder gelte: Selbst wo es nachweisbare Veränderungen im Körper gibt, so scheinen sie doch nicht dauerhaft zu sein – und vor allem nicht messbar zu einem Krebsrisiko beizutragen. Wie die Expertensicht zum Thema „Krebsentwicklung in Deutschland“ lautet, erfahren Sie in diesem Beitrag: (Link: http://www.informationszentrum-mobilfunk.de/artikel/nachgefragt-krebsentwicklung-in-deutschland-die-expertensicht)