Bevölkerung wünscht sich mehr Information zum Strahlenschutz

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat in einer aktuellen Studie 2000 Personen zum Thema Strahlenbewusstsein befragt. Nach Assoziationen zum Begriff Strahlung befragt, wurde am häufigsten der Mobilfunk genannt. Fast allen Befragten war bewusst, dass bei der Nutzung von Smartphones elektromagnetische Felder entstehen. Doch nur etwas mehr als die Hälfte weiß, dass die höchste Strahlung vom eigenen Handy und nicht vom Sendemast ausgeht. Nur rund 22 Prozent der Befragten fühlen sich von den Behörden gut informiert.  Das BfS sieht darin einen Auftrag für mehr Information und Aufklärung.

Bei den modernen Gesundheitssorgen stehen multiresistente Bakterien in Krankenhäusern, Nanopartikel und Pestizide weit vorne. Auf die Frage, wie sehr sich die Befragten in Bezug auf Strahlung sorgen, nannten 53 Prozent die Radioaktivität aus Kernkraftwerken. Ungefähr die Hälfte der Befragten ist jedoch beunruhigt durch die Strahlung von Mobilfunkmasten, Mobiltelefonen, Smartphones oder Tablets. Auf die Frage wie gut sich die Bürger geschützt fühlen, waren 70 Prozent der Meinung, bei medizinischen Anwendungen sowie beim Schutz vor elektromagnetischen Feldern bei Stromleitungen gut geschützt zu sein. Am kritischsten sind die Befragten  beim Thema Mobilfunkanlagen: Hier sehen sich nur 40 Prozent gut oder sehr gut geschützt, 49 Prozent hingegen nicht.

Die BfS-Umfrage zum „Strahlenbewusstsein“ hat insgesamt einen hohen Informationsbedarf in Deutschland festgestellt. Die Menschen haben laut der Studie das Gefühl, dass die Strahlenbelastung steigt. Ein Fünftel aller Deutschen macht sich über schädliche Einflüsse von Strahlung Gedanken.  Gleichzeitig wird der Schutzfunktion des Staates aktuell mehrheitlich nicht vertraut. Das Bundesamt für Strahlenschutz will vermehrt aufklären und informieren, da durch die fortschreitende Digitalisierung der Strahlenschutz im alltäglichen Bewusstsein  eine immer größere Rolle spiele. Die Umfrage förderte auch Ergebnisse zu Tage, die den aktuellen Informationsstand zur Gewichtung verschiedener Umwelthemen in der Bevölkerung widerspiegeln : So werde die Gefahr durch das radioaktive Gas Radon, das die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs darstellt, in der Umfrage nur von wenigen Menschen als hohe Gefahr angesehen, während die meisten Menschen beim Begriff „Strahlung“ die nichtionisierenden Felder des Mobilfunks nannten. Gerade dort aber sei der Gesundheitsschutz bei Einhaltung der Grenzwerte gewährleistet, wie das BfS an anderer Stelle vielfach betont hat.